MDR AKTUELL - Meldungen um 10:00 Uhr


Scholz: Wirtschaft nicht entscheidend für Lockerungen

Bundesfinanzminister Scholz ist dagegen, eine Lockerung der Corona-Beschränkungen an die Wirtschaft zu knüpfen. Der Vize-Kanzler sagte der Bild am Sonntag, es gehe um Leben und Tod. Überlegungen, den Tod von Menschen in Kauf zu nehmen, damit die Wirtschaft laufe, seien unerträglich. Wann das öffentliche Leben wieder losgehen könne, werde allein davon abhängen, wie gut es gelinge, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. - Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle drängt auf ein Ausstiegs-Szenario aus dem Shutdown. IWH-Präsident Gropp sagte MDR AKTUELL, je länger die jetzige Situation anhalte, desto schlechter gehe es der Wirtschaft. Gropp sagte, wer jung und gesund sei, sollte deshalb zur Arbeit gehen können. Daher würden jetzt flächendeckende Coronavirus-Tests gebraucht. - Die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland ist laut amerikanischer Johns-Hopkins- Universität inzwischen auf knapp 57.700 gestiegen, 433 Menschen starben.


Dudenhöffer sieht rund 100.000 Auto-Arbeitsplätze bedroht

Der Auto-Experte Dudenhöffer sieht durch die Corona-Krise zehntausende Arbeitsplätze in der Auto-Branche bedroht. Das geht laut Deutscher Presseagentur aus einer Studie Dudenöffers hervor. Dudenhöffer zufolge ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage in Deutschland in diesem Jahr um 15 Prozent einbricht, in China um 20 Prozent und in den USA um 25 Prozent. Dudenhöffer sagte, Kurzarbeitergeld werde nur kurze Zeiten überbrücken. Kein Unternehmen könne ungenutzte Produktionskapazität lange vorhalten. In Europa und den USA spreche wenig für einen Wachstums-Boom nach der Krise. Deshalb seien 100.000 der derzeit 830.000 Arbeitsplätze bei Autobauern und Zulieferern gefährdet.


Schon 6.100 Anträge auf sächsisches Corona-Darlehen

In Sachsen haben bereits 6.100 Unternehmen Unterstützung aus dem Corona-Hilfsprogramm "Sachsen hilft sofort" beantragt. Wirtschaftsminister Dulig sagte MDR AKTUELL, darunter seien auch Einzelunternehmer. Mehr als 300 Darlehens-Anträge habe die Sächsische Aufbaubank schon bewilligt. Die Hilfen hätten ein Volumen von 11,7 Millionen Euro. Dulig kündigte zudem ein Zuschuss-Programm für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigen an. Er hoffe, dass die Vorbereitungen bis Mitte nächster Woche abgeschlossen seien. Details nannte er nicht. Im Gegensatz zu Darlehen müssen Unternehmen Zuschüsse nicht zurückzahlen. Sachsen-Anhalt und Thüringen bieten solche Förder-Programme schon an.


Hessischer Finanzminister tot aufgefunden

Hessens Finanzminister Schäfer ist tot. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Abend in Wiesbaden mitteilten, wurde die Leiche des 54-jährigen CDU-Politikers an einer ICE-Strecke im Main-Taunus-Kreis entdeckt. Man gehe von einem Suizid aus. Zum Hintergrund gibt es bislang keine Informationen. - Schäfer war seit 2010 hessischer Finanzminister und wurde als möglicher Nachfolger von Ministerpräsident Bouffier gehandelt.


Ab sofort wieder Sommerzeit

In Europa hat wieder die Sommerzeit begonnen. Um 2 Uhr wurden die Uhren eine Stunde vorgestellt auf 3 Uhr. Die Nacht ist damit eine Stunde kürzer als üblich. Wie oft es die Zeitumstellung noch gibt, ist unklar. Die EU-Kommission will sie eigentlich abschaffen, nachdem sich in einer europaweiten Online-Abstimmung eine Mehrheit dafür ausgesprochen hatte.

Zuletzt aktualisiert: 29. März 2020, 10:01 Uhr